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15.05.17 19:44 Alter: 96 days

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - Mai 2017]

Leben in zwei Welten

 Spruch des Monats

“Du bist der Autor, der Regisseur und der Star des Drehbuchs deines Lebens.”

                                                             Adamus St. Germain

                                        

In den letzten Monaten ertappe ich mich immer öfter dabei, wenn ich die Nachrichten höre oder per Zufall Teile einer Diskussion mitbekomme, dass ich zuhöre, als ob ich nur Beobachter bin, ein Außenseiter. Als ob es Berichte wären von einer anderen Welt, deren Ereignisse mich nicht wirklich angehen. Es passiert, wenn gesprochen wird von der politischen Lage in den USA, von dem Machtgehabe aus Nord-Korea, über den Wahlkampf in einem deutschen Bundesland. Es passiert sogar auch, wenn etwas in meinem Familienumfeld geschieht, was mich früher bestimmt berührt hätte.

Und wenn dann doch mal Emotionen hochkommen oder mein Denken anfängt, eine Geschichte daraus zu konstruieren, dann dauert es meistens nicht lange, bis ich wieder erneut der Beobachter bin. Ich schaue mir meine Emotionen an oder staune über die Fähigkeit meines Kopfes, einfache Gegebenheiten kompliziert zu machen.

Es erscheint mir so, als ob einen Teil von mir diese Spiele langweilen. Der kennt die ganzen Geschichten schon in allen ihren Formen und Gestalten. Der weiß, dass es alles unwichtig ist, weil es nichts mit mir zu tun hat, es sei denn ich wähle, dass es mir zu tun hat. Dann erfahre ich die Gelassenheit eines bewusst-werdendes Menschen: Es dient mir nicht, mich auf alte Spiele einzulassen, wie Angst, Urteil, Macht oder Gerechtigkeit.

Gleichzeitig rührt sich tatsächlich mein Gewissen, mein von alten Mustern geprägtes Denken. Klar geht es Dich etwas an! Siehst du denn die Gefahr nicht? Solltest du nicht in deine Verantwortung gehen? Du müsstest dich mal drum kümmern! So zeigt sich der „alte“ Mensch, geprägt von Überlebensdrang, der kämpfen möchte oder der sich vielleicht auch nur nach Zugehörigkeit sehnt.

Ich bin gespannt, ob auch Ihr diesen inneren Zwiespalt kennt. Einerseits wissen wollen, was in der Welt los ist und Anteil haben an dem, was unser Umfeld treibt, andererseits sich fernhalten wollen von all dem Drama, weil es die Menschheit niemals weiter bringt.

Im Alltag, bei der Arbeit oder in der Interaktion mit anderen Menschen tauche ich selbstverständlich leichter ab in alte Gewohnheiten und Rollen. Trotzdem bin oder werde ich mir immer öfter bewusst, dass ich eine Wahl habe. Bewusst handeln – unbewusst handeln. Urteilen – unterscheiden. Massenbewusstsein – Selbstbewusstsein. Äußere Realität – meine Realität.

Im Alltag ist unsere Herausforderung zu entscheiden inwiefern wir die gesellschaftliche Realität akzeptieren müssen, um uns überhaupt in dieser Welt bewegen zu können. Unser Kopf sagt uns, dass wir, damit wir am Leben bleiben können, gewisse Gegebenheiten nun mal akzeptieren müssen. Wir sollen uns den gesellschaflichten Regeln und Vorgehensweisen anpassen, damit wir uns das Leben nicht unnötig schwer machen.

Was glauben wir entscheiden zu müssen, um in dieser Welt existieren zu können?

                           

Aus der Sicht der Seele ist alles nur eine Erfahrung und deshalb ist jede Entscheidung und Handlung richtig, auch wenn sie „Schwierigkeiten“ oder gar das Ende unseres menschlichen Lebens bedeuten würden. Die Seele ist kompromisslos bei allem, was sie erfahren möchte. Wollen wir als (bewusster) Mensch in dieser Welt stehen, dann bleibt uns nur, Mensch und Seele/Bewusstsein zu integrieren. Wir müssen uns dem öffnen, dass wir auf beiden Ebenen gleichzeitig existieren.

Unsere Seele versucht niemals, unseren Erfahrungsweg zu bestimmen oder zu beeinflussen. Sie hat eine weitere Sicht als wir auf der menschlichen Ebene und beleuchtet die unendlichen Potenziale. Wenn wir uns dafür öffnen, können wir diese Potenziale in unser Bewusstsein und damit auch in unsere Realität bringen.

Es reicht uns, darüber bewusst zu sein, dass wir über das hinausgehen können, was wir bis jetzt für unsere einzige Realität, einzige Möglichkeit gehalten haben. In meinem Alltag strebe ich an, immer wieder eine klare innere Entscheidung zu treffen, über meine bisherigen Glaubenssätze hinauszugehen, bezogen auf das, was möglich oder unmöglich, erreichbar oder unerreichbar ist. Und ich erlebe, wie sich die Potenziale immer mehr als eine unerwartete Realität manifestieren, sei es in kleinen Dingen oder auf größerer Ebene.

Denis Rosendahl Huber

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - Mai 2017]

Dieser Newsletter erscheint unabhängig von Humanity´s Team.
Danke für die Erlaubnis der Veröffentlichung.


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Manchmal wollen Menschen die Wahrheit nicht hören,
denn das würde ihre ganze Illusion zerstören.
- Friedrich Nietzsche

 

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