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19.03.17 19:39 Alter: 66 days

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - März 2017]

Im Namen der Liebe…

Spruch des Monats

Wann wirst du beginnen, du selbst zu sein? Wann wirst du authentisch sein? Wann wirst du damit aufhören, dich von anderen zu nähren – und wann wirst du damit aufhören, andere sich von dir nähren zu lassen? Wann wirst du endlich das großartigste Wesen auf der ganzen Welt sein? Wann wirst du der sein, der du wirklich bist?

                                                                                       Adamus Saint-Germain

                               

 

Im Namen der Liebe… wie schön diese Worte auch sind, für die meisten unter uns haben sie jedoch einen schmerzvollen Unterton. Wir mögen sie am liebsten verbinden mit Geborgenheit, Unterstützung, Wärme. Sie erinnern uns aber auch an Kontrolle, an das Gefühl nicht gut genug zu sein, an Strafe, an Sünde, sogar bitteres Unrecht, uns oder anderen angetan.

Manchmal heißt es auch: zu deinem Besten, um dich zu schützen, später wirst du es verstehen, weil es für uns alle besser ist, weil Gott es so will. Es reicht von gut gemeintem Schutz, bis hin zu Kontrolle und Gewalt. Von Fürsorge, bis hin zu Urteil und Trennung von Guten und Bösen. Im Namen der Liebe…. Es zeigt sich in der Welt, in der wir gerade leben, zuhause oder im Arbeitsumfeld, aber auch in politischen und religiösen Strömungen, noch vergrößert und verstärkt unter der Lupe der Medien.

Wie kann es sein, dass ein Mensch andere Menschen aus Liebe einschränken, bestrafen, oder sogar quälen kann? Ich mach‘s nur dir zu Liebe… Wie kann es sein, dass Liebe so unerbittlich sein kann?

Es ist eine entartete und verletzte Liebe, die sich hier zeigt. Aus einer tiefen, uralten Wunde der Menschheit ist eine falsche Liebe entstanden, die an der Oberfläche bezaubernd süß und sanft erscheint, aber manchmal eher hungrig ist nach Anerkennung und voller Geltungsdrang.

Die Wunde ist unsere Abtrennung von unserem Ursprung, unsere Einsamkeit, unser nicht-verstehen und nicht-verstanden-werden, als sich unsere Seelen aus dem Alles-was-War gelöst haben, auf ihren Wegen zu sich selbst. Sie wird erneut erlebt in dem Moment, wo wir als Kind glaubten, dass wir alleine dem Leben gegenüber standen. Der Moment, in dem sich für uns Innen und Außen getrennt haben. Wo wir erfuhren, wie unsere Wünsche auf ein anderes Wollen von außen stießen und auf einmal das Leben in uns nicht frei fließen konnte.

Als Kleinkind haben wir uns selbst und die Welt um uns herum angenommen, als das Wunder, das es ist. Aber nach und nach wurde uns vermittelt, wie es sein sollte und wie wir dafür verantwortlich seien, wenn es nicht so war wie gewollt. Da verschwand auf einmal unser Zugang zu unserer eingeborenen Liebe, denn zuvor war es diese Liebe zu uns selbst, die uns angetrieben hat zu erkunden, zu kreieren.

                                    

Wir wollten uns austoben, erfahren, uns ungehemmt entfalten, aber dann standen da unsere Erzieher und sie zogen uns Grenzen. Sie konnten uns nicht folgen auf unserem magischen Flug der begeisterten Fantasie und sie haben uns geknebelt, im Namen der Liebe. Als ob sie wissen konnten, was unser Weg sei, haben sie uns eingeschränkt und schützen wollen vor dem was vielleicht nie gekommen wäre. Wir lernten unser Verhalten zu lenken, dann unsere Gedanken zu überwachen und schließlich unsere uneingeschränkte Imagination zu fesseln mit den Vorgaben des Möglichen und Unmöglichen, des Erlaubten und des Tabus.

Wir haben angefangen zu glauben, dass wir wirklich nur bedingt liebenswert seien, was wiederum dazu führte, dass wir meinten, dass auch andere, ja sogar das ganze Leben nur bedingt liebenswert sei.

Wir versuchten uns selber zu kontrollieren, damit wir uns selber wieder lieben konnten. Wir versuchten, nur das zu tun, was erwünscht war. Wir wussten blad ganz genau, wie wir auf diese Art und Weise auch andere manipulieren konnten, damit sie uns liebten. Wir haben es gebraucht, weil wir uns selber ja nie genug lieben konnten. Dann haben wir aber eines Tages herausgefunden, dass oft andere auch uns manipuliert haben, dass sie uns nicht wirklich die Liebe geschenkt haben, nach der wir uns so sehr sehnten. So fingen wir an, nach Anerkennung zu streben, nach Lob, Bewunderung und schließlich Gehorsam und Unterwerfung: Das Machtspiel war gebor

Wahre Liebe erzeugt Freiheit

Da wir selbst nicht frei sind, versuchen wir auf unserer eigenen Suche nach Liebe andere einzuschränken. Wir haben Angst, dass sie sich und ihren eigenen Weg mehr lieben werden als uns. Wir befürchten, dass unsere Freiheit von ihnen noch weiter eingeschränkt wird. Wir haben Angst, die Kontrolle zu verlieren und fühlen uns unsicher angesichts der Möglichkeit einer anderen Realität. Eine Realität sogar, in der es nur Freiheit gibt und keine Kontrolle.

Kann es sein, dass wir Angst haben vor dem, was wir uns zutiefst wünschen? Wir alle kennen den Begriff bedingungslose Liebe, aber wir haben gelernt sie so zu verstehen, dass sie doch nur unter gewissen Bedingungen da sein kann. Die wahre Liebe, die uns eigeboren ist, aber so unerreichbar erscheint – diese Liebe geht über alle Bedingungen hinaus. Sie ist im Gegensatz zur kontrollierenden Liebe sogar total emotionslos. Sie ist einfach. Sie ist völlig grenzenlos, völlig frei und formlos. Sie hat keine Ziele. Sie ist still und leise, trotzdem sehr präsent. Die missverstandene Liebe ist aber laut, wie Kontrolle und Macht. Sie kostet Kraft. Sie schränkt ein, statt wirklich frei zu machen.

Ich bin sicher, auf irgendeiner Art habt ihr alle dies in eurem Umfeld wahrgenommen, es in eurem eigenen Leben erlebt oder sogar das ganze Spiel mitgespielt: Die Angst, die Einschränkung, die Kontrolle. Wenn ihr hinein spürt, wird sich zeigen, dass nicht nur die ersehnte Liebe von außen nicht erfüllt wird, aber die innere Leere immer größer erscheint, wenn wir dieses Spiel von Macht und Kontrolle weiter führen, sei es mit anderen, oder auch mit uns selbst.

Wenn du in dir deiner Selbstkontrolle auf dem Spur kommst, frage dir, was es dir gebracht hat, was es dich gekostet hat: Anpassung an die Gesellschaft, Inflexibilität, verloren gegangene Kreativität und Selbstausdruck. Wenn dir deine eigene Kontrolle über andere über den Weg läuft, schaue dir an ob sie dir und anderen wirklich dient.

Urteile aber nicht über dich selbst. Du hast nur vergessen, dass du auf der Suche warst nach Liebe. Du hast nur vergessen, dass die Liebe in dir ist – auch wenn du sie nicht hören, sehen, riechen und schmecken kannst. Du kannst sie aber spüren. Die Liebe für dich ist die Quelle der Liebe für anderen, für die Natur, für Musik. Siehe, du kannst sie spüren, indem du nicht versuchst sie zu bekommen und zu kontrollieren.

                       

Wenn du Kontrolle in deinem Leben erfährst – und das ist im Alltag durchaus oft der Fall – mache dir bewusst, woher sie kommt. Dann gehe in dich hinein und entscheide, der Kontrolle nicht länger mit Kontrolle entgegenzutreten. Sobald du tief in dir deine Selbst-Liebe entdeckst hast, kannst du frei handeln, frei denken, frei sein. Du musst es nicht so tun. Du bist frei. Aber vielleicht magst du es tun. Im Namen der wahren Liebe für dich selbst.

Denis Rosendahl Huber

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - März 2017]

Dieser Newsletter erscheint unabhängig von Humanity´s Team.
Danke für die Erlaubnis der Veröffentlichung.


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