Artikel - Vollansicht

25.12.16 19:49 Alter: 2 yrs

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - Dezember 2016]

Licht und Finsternis

Spruch des Monats

Das Licht der Welt ist in der Nacht geboren.

Andrea Mira Meneghin (*1967)

 

                         

In unserer Kultur der nördlichen Halbkugel ist der Dezember der Monat, der am deutlichsten die Prägungen der Dunkelheit und des Lichts in sich trägt: Der kürzeste Tag, des Jahres und Winteranfang, andererseits das Licht von Weihnachten. Aber für viele sind die wenigen Stunden Tageslicht auch eine psychische Belastung. Die zuvor noch erträglichen kleinen menschlichen Dramen wirken auf einmal schwer und bedrückend. Die Themen der Welt erscheinen größer und unlösbarer als je zuvor. Genauso wie man in dieser Zeit am liebsten die Gardinen zumacht und drinnen bleibt, so lenken wir auch unseren Gedanken eher nach innen.

Nur noch wenige Tage verbleiben bis zum Jahresende. Wie geht es euch, wenn ihr Bilanz zieht des vergangen Jahres, für euch persönlich und für die Welt?

An der Schwelle zum neuen Jahr schauen wir an, was gut war und was nicht, was wir uns wünschen und was wir verändern möchten. Wir überlegen, wie wir glücklicher, erfolgreicher oder sogar ein besserer Mensch werden können. Wahrscheinlich betrachten wir zudem noch die Weltlage und fragen uns, was zu tun ist, damit wir unser Licht klarer in die Welt oder zumindest in unser unmittelbares Umfeld bringen können.

Aber damit stellt sich auch die Frage, was denn Licht für uns bedeutet. Was ist es denn, was diejenigen, die sich als bewusste Menschen erfahren, in die Welt bringen können? Aufgrund alter Prägungen würde man vielleicht meinen, es gehe darum Licht ins Dunkle zu bringen, das Gute über das Böse siegen zu lassen, das „Richtige“ zu tun. Eine Botschaft, die in dieser Zeit oft ausgesprochen wird, ist die der Hoffnung: Es erscheint ein Licht über der Menschheit, dank Gottes Gnade werden wir gerettet.

Aber, ist es nicht so, dass dieser Gedanke – wie beruhigend er auch scheint – basiert auf dem alten Trennungsbewusstsein, einem Glauben, dass es gut und schlecht gibt, die Bösen und die Guten. Was wäre, wenn wir im Bewusstsein des Einsseins verstehen, dass das Dunkle nicht im Gegensatz steht zum Licht? Hätte das Licht damit dann eine andere Bedeutung?

Was wäre, wenn die Botschaft des Lichts uns ganz persönlich angeht, jeden einzelnen von uns? Was wäre, wenn das Licht hier ist für jeden von uns und jeder die Wahl hat, dieses Licht für sich anzunehmen? Ja, was wäre, wenn wir nicht länger behaupten können, es sei ein Versprechen für die Zukunft und für die Menschheit? Was wäre, wenn es nicht um ein Licht von außen ginge, sondern dass jeder von uns persönlich herausgefordert wird zu sagen: Ich Bin das Licht?

Wenn es auf einmal so groß und umfassend wird, ist es verführerisch, lieber an unserem tiefsten Glaubenssatz festzuhalten: Ich bin nicht gut genug. Wenn ich sicher bin, dass ich nicht gut genug bin, dann kann ich mir erlauben, mich weiterhin klein und verantwortungslos zu verhalten. Dann kann ich mein Licht weiterhin vor mir selbst verstecken und brauche nicht andere zu beleuchten. Aber dieser Glaubenssatz ist nicht wirklich unser. Wir haben ihn übernommen von unseren Eltern, Erziehern, unserer Gesellschaft, unserer Kultur. Er entspricht nicht der Wahrheit dessen, was wir wirklich sind.

Wir sind alle das Licht, von dem die Rede ist und von dem wir glauben, dass es nur im Außen existiert. Es ist endlich Zeit, zu unserem eigenen Licht zurückzukehren. Es ist Zeit einzusehen, dass unsere dunklen Seiten genauso göttlich sind wie unsere guten Seiten – Zeit alles Urteilen aufzugeben, vor allem über uns selbst.

Möge die Botschaft dieses Jahres sein: Nimm dich an, genauso wie du bist. Sei das Licht, das du Bist. Nimm alle anderen an, genauso wie sie sind – auch wenn sie noch nicht in der Lage sind, ihr eigenes Licht zu sehen. Dies bedeutet nicht, alles nur hinzunehmen oder gutzuheißen. Es bedeutet, eine erweiterte Wahrheit zu leben. Jeder Mensch ist so viel mehr, als er zu sein scheint, als er selber glaubt. Jeder Akt, ob hässlich oder schön, dient nur die Erfahrung des göttlichen Lebens.
Das Licht zu sein, bedeutet einfach zu sein, mitten im Leben zu stehen in der vollen Verantwortung für unser eigenes Leben.

Claudia Christine und ich wünschen euch allen wunderschöne Tage und ein bereicherndes, fröhliches neues Jahr.

Denis Rosendahl Huber

Leitartikel aus dem Newsletter [Neues Bewusstsein - Dezember 2016]

Dieser Newsletter erscheint unabhängig von Humanity´s Team.
Danke für die Erlaubnis der Veröffentlichung.

 


Weisheit des Jetzt
Wenn jeder dem anderen helfen wollte, so wäre allen geholfen.
- Marie von Ebner-Eschenbach

 

Evolution Revolution
         

Menschheitsteam
 
-Song und -Text